Als Mama mehr gewürdigt werden

Zweifel, Mystery, Schürze, Zu Denken, Vergleich, Angst

„Ich bin froh wieder arbeiten zu gehen. Mit Baby zuhause ist doch auf Dauer schon recht langweilig.“- Im Moment habe ich viele Bekannte, die nach einem Jahr Elternzeit wieder in den Job zurück kehren. Oft wird obiger Satz verwendet und die meisten scheinen eigentlich recht froh über die wieder gewonnene Abwechslung zu sein. Wie man mit der Elternzeit umgeht ist sehr individuell und jede Familie muss das für sie passende Model finden. Natürlich spielen viele Faktoren hinein und für manche Mamas und Papas ist einfach nur ein bestimmter Weg möglich oder gewünscht. Wir haben uns für ein Modell entschieden, bei dem ich länger zuhause bleibe. Die Gründe waren primär, dass wir gern unsere Kinder erst im Kindergarten fremd betreuen lassen wollten. Die Krippe also nicht in Anspruch nehmen wollten. Dies hat ganz unterschiedliche Gründe und stellte sich für uns als sinnvoll heraus. Da wir von vornherein keinen großen Abstand zwischen den Geschwistern planten, haben wir uns dazu entschieden, dass ich erst einmal zwei Jahre in Elternzeit gehe. Hier schloss die zweite Elternzeit dann nahtlos an und nun eben auch die dritte.

„Was machst du denn so den ganzen Tag?“ Dies wurde ich von kinderlosen Freunden schon gefragt. Ich glaube, es ist sehr schwierig, sich den Familienalltag vorzustellen, wenn man selbst (noch) keine Kinder hat. Langeweile kommt auf jeden Fall nicht auf. So viel ist sicher. Das Betreuen der Kinder nimmt einen voll in Anspruch. Auch Dinge wie einkaufen, putzen, kochen und so weiter dauern mit Kindern natürlich viel länger. Es gibt Tage, da kommt man gefühlt zu gar nichts. Und selbst wenn man die To-Do´s des Tages schafft, sind es häufig Aufgaben, die am nächsten Tag schon wieder anfallen, wie Wäsche, Küche in Ordnung bringen etc.. Im Gespräch mit Freundinnen, die ebenfalls Mamas sind, fällt mir oft auf, dass immer wieder dasselbe Thema auf den Tisch kommt. „Ich habe den ganzen Tag Stress, kümmere mich um Haushalt und Kinder und keiner sieht die Anstrengung, die dahinter steckt oder würdigt diese.“ Dieser Gedanke lässt natürlich schlechte Stimmung und Unzufriedenheit aufkommen. Wie geht man damit um? Was tut man dagegen?

Erst einmal finde ich, dass nicht-arbeitende Mütter und arbeitende Mütter nicht immer als Gegensätze gesehen werden sollten. Alle Mütter haben gewisse Aufgaben zu erfüllen. Für die eine bedeutet die Arbeit nebenher zusätzlichen Stress, für die andere eine schöne Abwechslung. Das selbe gilt für das Leben zuhause. Jede Mama entscheidet für sich, wie ihr Alltag aussieht. Niemand muss sich schlecht fühlen, weil er bzw. sie arbeitet oder eben nicht und keine der Optionen ist besser als die andere. Gesetz dem Fall, man sieht sich nun mit wenig Wertschätzung konfrontiert, die zu schlechten Gefühlen führt. Wie geht man sinnvoll damit um?

Der erste Schritt ist wohl, sich selbst Wertschätzung entgegen zu bringen. Nicht immer in Gedanken „Ich bin ja nur zuhause...“ oder „Ich gehe ja arbeiten, weil...“ durchspielen, sondern einfach selbstbewusst dazu stehen, was man gerade tut. Am eigenen Selbstbewusstsein arbeiten und sich weniger abhängig von der Meinung anderer machen. Auch überlegen, was man gerade braucht. Mütter sind häufig sehr aufopferungsvoll, wenn es um die Familie geht, vernachlässigen sich selbst dabei. Dies führt auf Dauer zu sehr schlechten Gefühlen.

Nicht immer an erster Stelle sehen, was die Kinder denn gerne machen würden, sondern auch etwas tun, dass einem selbst Freude bereitet. Mit einer gut gelaunten Mama, geht es auch den Kindern im Alltag besser.

Was macht mich eigentlich aus? Hobbys praktizieren, sich neue Hobbys suchen und auch auf die eigenen Talente und Potentiale achten und diese im Alltag umsetzten. Dies führt automatisch zu mehr Zufriedenheit und Selbstbewusstsein.

Wird etwas im Alltag wirklich zu viel, dann nach Alternativen suchen. Könnte vielleicht jemand anders etwas übernehmen? Versucht man einige eingefahrene Dinge einmal anders zu machen. Möglicherweise passt altbewährtes nicht mehr und sollte einmal überdacht werden.

 

Auch sollten sich Frauen im Allgemeinen viel mehr gegenseitig unterstützen. Oft herrscht ein unterschwelliger Konkurrenzkampf. Warum nicht einfach mal einer anderen Mama sagen, was sie alles gut macht?