Auf nach Amsterdam mit Kleinkind und schwanger...

„Muss das sein?“- das dachten sich wohl einige, als wir verkündeten wir machen Urlaub auf dem Campingplatz in Amsterdam mit Kleinkind und Brüderchen im Bauch. „Warum denn nicht?“ dachten wir uns und machten uns auf den Weg. Unterwegs waren wir dreieinhalb mit einem geliehenen VW California Campingbus..

 

Die Fahrt nach Amsterdam schlug mit etlichen Kilometern zu Buche und die geschätzte Fahrzeit lag bei zehn Stunden. Relativ unvorbereitet fuhren wir los. Zu Beginn schlief Sohnemann, da wir uns für eine recht frühe Abfahrt entschieden. Pünktlich zum Frühstücks-Stop erwachte er gutgelaunt. Leider konnte er seinen Bewegungsdrang schlecht ausleben, da er mit seinem knappen Jahr noch nicht laufen konnte. Unsere Rettung war eine Fastfood Kette mit Spielecke. Hier krabbelte Junior herum und hatte seinen Spaß. Hände saubermachen kann man ja im Anschluss. Diesbezüglich sind wir wenig paranoid. Gut gestärkt nun weiter mit wachem Kind. Aus dem Fenster schauen wurde dann doch schnell langweilig. Also Bücher und Spielsachen raus und Beschäftigungsprogramm starten. Einige Snacks hielten ihn auch bei Laune. Zuletzt kam jedoch leider ein Stau dazwischen. Dieser stellte eine kleine Herausforderung dar. Genau hier wurde natürlich auch noch in die Windel gemacht. Geruchs technisch also auch nicht mehr die beste Lage. Schnell auf dem Boden wickeln und Windel in eine Plastiktüte gepackt. Da mittlerweile gar nichts mehr vorwärts ging auf der Straße, durfte der Kleine unangeschnallt das Fahrzeug inspizieren. Als es weiter ging, wurde noch etwas geschlummert. Alles in allem eine recht entspannte Fahrt. Was soll auch passieren? Wenn die Stimmung ganz schlecht wird, einfach rechts ran fahren und die Umgebung erkunden. Solange man sich den Zeitdruck nimmt und sich von straffen Zeitplänen verabschiedet, alles halb so wild.

 

Camping stellte sich, zumindest für uns, als optimale Alternative zum Hotel heraus. In Amsterdam ist dies auch für den Geldbeutel erheblich angenehmer. Für uns lohnt es sich, bei Städtetrips immer auch mal nach Campingplätzen Ausschau zu halten. Häufig werden hier auch schöne Bungalows angeboten. Schon beim Frühstück wurden Leute und Vögel beobachtet und frische Luft macht außerdem schön müde. Da es während unseres Aufenthalts bereits Oktober war, durfte passende Matschkleidung nicht fehlen. Die Campingplatzdusche war unserem Sohn etwas zu kalt und nicht ganz geheuer. Da war dann ein Turbowaschgang angesagt. Sightseeing machte ihm dafür umso mehr Spaß. Häufig wurde mit Mitreisenden geschäkert und die meisten reagierten sehr positiv. Jedoch ist sighseeing mit einjähriger Begleitung natürlich nicht so ruhig und informativ wie ohne. Abwechselnd der Führung lauschen und sich am Abend nochmal austauschen verspricht hier den höchsten Informationsgehalt. Dafür entdeckt man aber auch ganz neue Dinge und Sichtweisen und erkundet alles einfach ein bisschen langsamer.

Die Hits unseres Sohnes:

  1. Die Stadtrundfahrt     durch Amsterdam mit dem Sightseeing Bus, insbesondere die Kopfhörer,     mit denen man der Führung lauschen konnte
        
  2. Die Tiere, welche am     Campingplatz zuhause waren (Ziegen, Hühner)

        
  3. Straßenbahn fahren

 

Unser Resümee in jedem Fall: mal rauskommen tut sowohl gestressten Eltern, wie auch Kindern gut und schöne Erinnerungen sind garantiert. Beschauliches Sightseeing kann man im Rentneralter dann wieder zu zweit machen. :-)