Geschwister

Geschwister, Freunde, Bruder, Schwester, Leben

„Oh, da muss der Kleine/ Große/ Mittlere dann aber schon zurück stecken.“ Diesen Satz hört man hin und wieder, wenn man erzählt, dass man ein drittes Kind erwartet. Meist wird dieser Satz von Menschen gesagt, welche selbst keine Geschwister haben oder selbst keine oder ein Einzelkind möchten. Doch was ist an dieser Aussage wirklich dran? Sind Geschwister schädlich für die Entwicklung? Braucht ein Kind die hundertprozentige und ständige Aufmerksamkeit der Eltern? Meiner Meinung nach, ist es für die Entwicklung eher förderlich, sich mit anderen Menschen auseinandersetzten zu müssen, nicht immer den eigenen Willen durchzusetzen und Kompromisse zu schließen. In der Erwachsenenwelt haben Menschen, die gelernt haben, immer alles zu bekommen, wahrscheinlich eher Schwierigkeiten sich gut einzufügen. Dies wird Beziehungen schwierig gestalten. Habe ich stattdessen Kompromissbereitschaft und Rücksichtnahme gelernt, werde ich mich sozial sicher fühlen und auch Konflikte besser austragen können. Natürlich bedeutet das nicht, dass Einzelkinder diese Fähigkeit nicht haben oder erlernen können. Es kommt immer sehr auf die individuellen Rahmenbedingungen und die Erziehung an. Doch ist es durch Geschwisterkinder leichter im normalen Alltag solche Skills zu erwerben. Auch die Zeit, die Eltern ihren Kindern widmen ist an sich sehr verschieden. Bedeutet im Umkehrschluss, dass eine Familie mit drei oder mehr Kindern auch mehr Zeit mit den Kindern (einzeln oder zusammen) verbringen kann, als es eine dreiköpfige Familie tut. Entscheidet man sich für mehr als ein Kind, ist man in der Regel auch bereit mehr Familienzeit zu verbringen und richtet sein Leben eher danach aus.

Beobachtet man Geschwister untereinander bestätigt sich die Aussage, dass Geschwister „schlecht“ wären auch in keinster Weise. Oft verstehen sich diese sehr gut und genießen das gemeinsame Spielen und Zeit verbringen. Voneinander lernen und sich gegenseitig helfen passiert ganz von allein.

Jeder muss individuell entscheiden, wie viele Kinder er möchte. Pauschale Aussagen zu Familien mit einem, zwei, drei oder mehr Kindern lassen sich nicht treffen, da Familie sehr einzigartig und immer anders gelebt wird. Daher sind auch Vorurteile unangebracht. Eher kann man von anderen Modellen profitieren und sich etwas für sich passendes vielleicht sogar abschauen und dieses in den eigenen Alltag integrieren.