Gut durch die erste Babyzeit

Sehr intensiv, wunderschön und Kräfte zehrend. Die erste Zeit mit Baby ist von allem ein bisschen oder eher von allem ganz viel. Kurz nach der Geburt überwiegen meist die Glücksgefühle, sofern die Geburt „normal“ ablief. Leider gibt es auch Geburtsverläufe, die von den Mamas erst einmal verdaut werden müssen. Geht man von einem guten Geburtserlebnis aus, schwebt man danach irgendwo auf Wolke 7 dahin. Das Baby ist das schönste der Welt und man ist überglücklich. Der Schlafmangel kommt einem gar nicht so schlimm vor. Nach einiger Zeit jedoch, schwebt man langsam oder plötzlich auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Hormone können den Aufprall eher noch härter machen als abfedern. Irgendwann bemerkt man den fehlenden und unterbrochenen Schlaf mit voller Wucht. Dann kommt die Phase, in der man irgendwie sein Leben wieder auf die Reihe kriegen muss. Doch wie?


Ich finde mit älteren Kindern im Haus geht dies deutlich schneller. Der Alltag läuft ein Stück weit notgedrungen wie gewohnt weiter. Beim ersten Kind wird dieser gefühlt so aus den Angeln gehoben, dass ich die Umstellung einschneidender fand. Mittlerweile haben wir diese Umstellung des Gewohnten durch ein neues Familienmitglied drei mal erlebt. Ich habe ein paar Tipps zusammen gestellt, die uns gut geholfen haben.


-Wenig Veränderungen: Durch das Baby ändert sich sowieso erst einmal alles. Daher für größere Kinder die Routinen soweit möglich beibehalten oder im Vorfeld anpassen. Es sollte möglich sein, dass zum Beispiel auch der Papa die Älteren ins Bett bringt, dass die Kinder nach der Abendroutine selbst einschlafen, dass sie im eigenen Bett schlafen oder sich eigenständig anziehen. Natürlich immer je nach Alter und wie es für die Familie passend ist. Auch Tagesabläufe haben wir wenig geändert. Dies gibt den Kindern und letzten Endes auch den Eltern Sicherheit.


-Selbstbestimmung: Durch Kinder und insbesondere durch ein Baby ist anfangs vieles fremd bestimmt. Das Stillen schränkt noch einmal mehr ein, da kaum Zeit ohne Baby möglich ist. Hier hilft es mir, mir zu überlegen, was mir wichtig ist und wie ich meinen Tag gestalten möchte. Morgens auszuschlafen ist leider nicht drin, aber ich kann entscheiden, wann ich zu Bett gehe. Möchte ich abends noch eine Serie gucken, wenn mich dies entspannt, dann versuche ich es auch umzusetzen. Nur weil die Kinder schlafen, muss ich nicht sofort hinterher ins Bett. Auch versuche ich immer etwas „für mich“ zu tun. Sei es nur ein Kaffee in Ruhe oder auch etwas Produktives. Sieht man ein Ergebnis, dann verstärkt es den positiven Effekt nochmal. Hier schreibe ich zum Beispiel oder mache etwas im Garten. Letztendlich ist die Entscheidung für ein Kind ja auch eine ganz bewusste und selbstbestimmte.


-Wichtiges von Unwichtigem trennen: Ganz klar Prioritäten setzten. Was ist mir wichtig und was kann warten? Welche Menschen wirken sich positiv auf mich aus und wer stresst mich nur? Auch mal ein wenig egoistischer sein und nicht bei allem in der ersten Reihe mit spielen.


-Humor: Der wahrscheinlich wichtigste Punkt. Nicht alles so ernst nehmen. Die Kinder sind nur einmal so klein. Es geht so schnell und sie werden immer selbstständiger.