Wochenbett mit zwei Kleinkindern und Baby

Über die Dauer des Wochenbetts wird ja recht häufig diskutiert. Etwa 10 Tage sagen die einen, 6-8 Wochen meinen wiederum andere und oft hört man auch 9 Monate schwanger und 9 Monate Rückbildung. Ich würde sagen, das Wochenbett ist sehr individuell. Nach einer schnellen spontanen Geburt ist man möglicherweise rascher wieder fit als nach einem komplizierten Kaiserschnitt. Auch sind die familiären Situationen recht unterschiedlich. Beim ersten Kind kann man sich natürlich mehr Ruhe gönnen, als bei weiteren Kindern.

Da ich ambulant entbunden habe, begann das Wochenbett gleich zuhause. Dies war sehr schön, da ich für mich finde, dass es viele Vorteile hat. Man hat die eigene Dusche und Toilette, das eigene Bett, all seine Kleidungsstücke und täglichen Utensilien griffbereit. Im Krankenhaus ist man Patientin. Eigentlich hat man ja nur entbunden und ist nicht krank. Die Atmosphäre in einer Klinik gibt mir jedoch immer so ein krank-sein-Gefühl. Dieses hatte ich daheim nicht. Sehr schön war natürlich, dass die Geschwister den kleinen Bruder gleich ungestört kennen lernen durften, ohne Mama im Krankenhaus zu besuchen. Besuche wären aufgrund der Corona Einschränkungen sowieso nicht erlaubt gewesen. Der Moment des Kennenlernens war wirklich toll. Beide Jungs waren ganz verzaubert von dem kleinen Bruder und strahlten um die Wette. Ich bin der Meinung, dass es wichtig ist die Kinder ein wenig auf die neue Situation mit Baby vorzubereiten. Der Übergang von schwangerer Mama auf Baby war für die Kinder meine ich optimal. Sie wurden von Oma betreut und am nächsten Morgen konnten sie ihren Bruder bewundern.

Die ersten Tage versuchte ich, mich viel zu schonen und hinzulegen. Ich lag aber nicht nur. Meine Hebamme kam die ersten drei Tage zur Kontrolle und meinte, dass alles super aussehen würde. Am vierten Tag starteten wir dann den ersten Spaziergang zur Eisdiele. Ich fühlte mich gut und auch die frische Luft war sehr wohl tuend. Ab da nahm ich nach und nach einige Tätigkeiten wieder auf. Je nach Lust und Verfassung. Kochen, mal eine Waschmaschine anstellen etc.. Weiterhin versuche ich natürlich Pausen einzulegen. Alles in allem fühle ich mich aber recht fit und ausgeglichen. 

Dazu muss gesagt sein, dass mein Mann zwei Wochen nach der Geburt Urlaub hatte. So war die Unterstützung natürlich groß und ich konnte langsam wieder in den doch etwas veränderten Alltag finden und zugleich Kraft tanken. Den Tag mit drei Kindern allein zu wuppen, wird sicherlich einige Kraftreserven nötig machen.