Zwei unter zwei

Wie ist das denn jetzt so mit zwei so kleinen Kindern? Dies wurde ich tatsächlich sehr häufig nach der Geburt unseres jüngsten Sohnes gefragt. Zu Beginn eigentlich recht leicht. Natürlich müssen erst einmal die Folgen der Geburt überwunden werden. Hier hat es mir sehr geholfen, dass mein Mann den ersten Monat nach Geburt in Elternzeit war. Diese haben wir ausgiebig genutzt, um in den neuen Alltag zu finden. Auch Ausflüge haben wir schon unternommen, wenngleich man sich natürlich noch etwas schonen muss. Sehr gut funktioniert hat, den Alltag möglichst unverändert weiter laufen zu lassen. Unser Großer wurde zum Beispiel bereits vor der Geburt des Geschwisterchens abwechselnd von Mama und Papa zu Bett gebracht. Auch Mittags war der Mittagsschlaf so eingerichtet, dass er nur kurz eine Begleitung brauchte und dann selbst zur Ruhe kommen konnte. Spielen fand sowieso meist am Boden statt. Hier konnte der Jüngere nebenher gefüttert werden.

 

Die Umstellung von einem auf zwei Kinder empfand ich persönlich nicht so gravierend wie die von null auf eins. Die Grundfähigkeiten sind schon mal vorhanden. Wickeln und ähnliches ist kein Problem. Man wundert sich eher, wie still ein Neugeborenes beim Wickeln da liegt, wenn man die Kämpfe mit einem Kleinkind gewohnt ist. Anfangs schlafen Babys auch noch recht viel. Beim ersten Kind war ich hier immer in hab Acht Stellung. Dies lies mit steigender Erfahrung deutlich nach. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, mein Baby mit ins Badezimmer nehmen zu müssen, wenn ich kurz duschen wollte und konnte es auch mal für kurze Zeit schlafend in einem Raum allein lassen. Wenn Baby schlief, konnte ich andere Dinge leichter erledigen. Mein älterer Sohn war bezüglich Eifersucht sehr umgänglich. Er machte uns den Start zu viert wirklich leicht.

 

Der Schlafmangel lies natürlich wieder grüßen, jedoch hatte ich das Gefühl, diesen beim zweiten Mal besser wegzustecken. Gewöhnt sich der Körper vielleicht an Schlafmangel? Wohl eher nicht... Zwischendurch sind Tiefs wohl normal und nachvollziehbar. Ich tröste mich hier immer darüber hinweg, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt alle Kinder durchschlafen. Wenngleich Schlafmangel wirklich ätzend ist. Die ultimative Lösung hierfür habe ich auch noch nicht gefunden. Weder Schlafen legen, wenn die Kinder am Abend ins Bett gehen, noch aufbleiben, ich werd schon nicht so müde sein morgen, sind so richtig befriedigend. Vielleicht ein Mix aus beidem?

 

Dinge, die uns den Alltag erleichtert haben, waren allen voran eine gute Babytrage. Wenn nichts mehr geht, einfach das Baby in die Trage setzen und ab nach draußen. Auch ist es so möglich, das große Kind in den Buggy zu packen. Auf diese Weise können auch größere Strecken zu Fuß gegangen werden.

Unser Hochstuhl mit Babywippe ermöglichte es, dass der Kleinste während der Mahlzeiten auf Augenhöhe mit am Tisch sitzen konnte. So war er immer beschäftigt und ab einem gewissen Alter, konnte er am Essen auch schon teilnehmen. Anfangs mit einem Stückchen Brot oder ähnlichem in der Hand. Das Baby ist beschäftigt mit gucken und das essen verläuft entspannter. So zumindest die Theorie, die manchmal auch in der Praxis funktioniert.

Unsere Schlafsituation (zu Beginn schliefen beide Kinder in einem Zimmer) machte wenig Probleme. Davor hatte ich Respekt und war sehr unsicher. Aber scheinbar gewöhnen sich Kinder schnell daran und stören sich nachts wenig. Wir brachten beide gleichzeitig zu Bett. Bei uns war klar, dass zu einer bestimmten Uhrzeit (Ausnahmen gibt’s immer) beide im Bett liegen. So hatte man am Abend auch noch Zeit für sich. Sofern man sich nicht gleich dazu gelegt hat, um versäumten Schlaf nachzuholen.

 

Mit zunehmendem Alter kamen die beiden immer mehr in Interaktion. Das führt oft zu sehr süßen Situationen. Erst heute wies mein Ältester mich an: „Lass meinen Freund in Ruhe!“, als ich seinem jüngeren Bruder etwas verbot. Für uns persönlich bietet der kurze Altersabstand (by the way, es sind 19 Monate) viele Vorteile. Die Kinder zusammen spielen und aufwachsen zu sehen ist die etwas stressigere Anfangszeit in jedem Fall wert..